Gemeinsam Grenzen überwinden
Minderheiten stärken, das kulturelle Erbe der Region bewahren, Dialogmöglichkeiten zwischen Menschen auf beiden Seiten der Grenze schaffen – mit der Grenzlandarbeit leisten wir vom ADS einen wichtigen Beitrag zur deutsch-dänischen Verständigung.
Im Grenzland zu Hause
Der ADS-Grenzfriedensbund setzt sich seit 1948 bzw. 1950 ausdauernd und konsequent für einen friedlichen Ausgleich und für mehr Verständnis und Verständigung zwischen unseren Völkern ein.
Geprägt durch den Grenzkampf Ende der 1940/Anfang der 1950 Jahre ist unsere Arbeit bestimmt von dem Ziel, vorbeugend und langfristig ein friedliches und aufgeschlossenes Neben- und Miteinander von Minderheiten und Mehrheiten im Grenzland herbeizuführen. Wir lassen uns in der täglichen Arbeit leiten von einem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann: „Der Friede ist kein Naturprodukt; er wächst aus menschlichem Handeln.“
Viele gegenwärtige Konflikte in Europa und in der Welt zeigen uns deutlich, dass Friede mehr ist als die Abwesenheit von Krieg.
Unsere Arbeit an der deutsch-dänischen Grenze
In all unseren Arbeitsfeldern steht der Kontakt zu Einrichtungen der dänischen Minderheit, der friesischen Volksgruppe und der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig im Fokus unserer täglichen Arbeit:

In unseren Kindertageseinrichtungen werden die dänische und die friesische Sprache genauso angeboten wie das Plattdeutsche. Mit unserer Arbeit sichern wir die Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen im Grenzland. In unseren Schullandheimen begegnen sich Jugendliche aus der Minderheit und den Volksgruppen mit Jugendlichen aus der Mehrheit.

In unserem Haus der Familie sind wir offen für Menschen unterschiedlicher nationaler Herkunft und Zugehörigkeit zu Volksgruppen. Wir schaffen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Miteinander. Dabei stehen die Menschen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen, Lebensgeschichten und Perspektiven im Mittelpunkt.

In unseren Dialogveranstaltungen, die seit vielen Jahren Themen des Grenzlandes aufgreifen, begegnen sich Deutsche, Dänen, Friesen und Nordschleswiger. Gemeinsam tauschen sie unterschiedliche Perspektiven aus und diskutieren über Fragen, die das deutsch-dänische Grenzland bewegen. So fördern wir den Dialog und entwickeln neue Impulse für ein friedliches Miteinander.
Renate Schnack
ehem. Minderheitenbeauftragte
„Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit durch Regional- oder Minderheitensprachen, kulturelle Vielfalt und kulturelle Eigenständigkeit, anders sein können und anders sein dürfen als andere, und trotzdem Teil des Ganzen zu sein, dazuzugehören, Mitwirkungsrechte in gesicherten gesetzlichen Strukturen zu haben, das sind Werte, die der Kitt in unseren Gesellschaften sein können. Überall. Die tägliche Arbeit dafür ist oft unspektakulär. Mit einer wertschätzenden, zeitgemäßen Minderheiten-, Grenzland- und Sprachenpolitik kann überall ein beständiger, nachhaltiger und friedenssichernder Beitrag dazu geleistet werden.“
Sprachen in unseren Kitas
Sprachen verbinden – gerade im Grenzland. In unseren Kitas gehören Regional- und Minderheitensprachen ganz selbstverständlich zum Alltag. Je nach Einrichtung begegnen Kinder der dänischen, friesischen oder niederdeutschen Sprache und erleben dabei, wie vielfältig Sprache und Kultur in unserer Region sind. So schaffen wir früh Räume für Begegnung, Offenheit und gegenseitiges Verständnis.
Haus der Familie
Ein Ort für Begegnung, Austausch und Miteinander. Im Haus der Familie kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Zugehörigkeit zusammen. Offenheit und kulturelle Vielfalt prägen unsere Arbeit und schaffen Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Erleben. Damit leistet das Haus der Familie einen wichtigen Beitrag zu einem lebendigen und vielfältigen Grenzland.
Grenzfriedenshefte
Die Grenzfriedenshefte greifen seit vielen Jahren auch kontroverse historische und zeitgeschichtliche Themen des Grenzlandes auf. Durch unsere Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass die Kenntnis über die Minderheit und Mehrheit wechselseitig gestärkt wird. Unkenntnis gefährdet das bisher Erreichte. Wir stellen uns als deutscher Grenzverband dem friedlichen kulturellen Wettbewerb mit den Einrichtungen der dänischen Minderheit. Gemäß der Bonn-Kopenhagener Erklärungen darf niemand aus finanziellen Gründen gezwungen sein, seine Nationalität zu wechseln.
Nur wer seine Wurzeln, die Historie des Grenzlandes, kennt, wird eine regionale Identität entwickeln, die von Toleranz und Respekt geprägt ist und zur Friedenssicherung an der deutsch-dänischen Grenze beiträgt.
Fragen & Antworten
zur deutsch-dänischen Grenzlandarbeit
Grenzlandarbeit setzt sich für ein friedliches und respektvolles Miteinander der Menschen im deutsch-dänischen Grenzland ein. Der ADS-Grenzfriedensbund fördert dabei den Dialog zwischen Mehrheiten und Minderheiten, unterstützt kulturelle Vielfalt und bewahrt das kulturelle Erbe der Region. Ein weiterer Schwerpunkt ist es, Begegnungen und Austausch über die deutsch-dänische Grenze hinweg zu ermöglichen.
Grenzverbände sind Organisationen, die sich im deutsch-dänischen Grenzland für Verständigung, kulturelle Entwicklung und die Zusammenarbeit zwischen den Menschen einsetzen. Zu den schleswig-holsteinischen Grenzverbänden gehören der ADS-Grenzfriedensbund e. V., der Deutsche Grenzverein und der Schleswig-Holsteinische Heimatbund.
Der ADS engagiert sich auf unterschiedliche Weise für die deutsch-dänische Verständigung. Dazu gehören unter anderem die Grenzfriedenshefte, die Dialogveranstaltungen, das Schülerbotschafter-Projekt sowie die Arbeit mit Regional- und Minderheitensprachen. Auch die Begegnung von Menschen aus Mehrheiten und Minderheiten gehört zum Selbstverständnis der Grenzlandarbeit.
Die Wurzeln des heutigen ADS-Grenzfriedensbundes reichen bis zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig 1948 und des Grenzfriedensbundes 1950 zurück. Beide Organisationen wurden mit Ablauf des Jahres 2006 miteinander verschmolzen. Daraus entstand der heutige ADS-Grenzfriedensbund e. V. / Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig.
Die Grenzfriedenshefte sind eine Zeitschrift für den deutsch-dänischen Dialog. Sie erscheinen bereits seit 1953 und beschäftigen sich mit Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft in der deutsch-dänischen Grenzregion. Seit der Fusion von ADS und Grenzfriedensbund 2006/2007 tragen sie den Untertitel „Zeitschrift für deutsch-dänischen Dialog“.
Die Grenzfriedenshefte können über den ADS bezogen werden. Als Förder*in des ADS erhalten Sie die Hefte im Rahmen Ihrer Förderschaft kostenlos. Viele ältere Ausgaben finden Sie außerdem in unserem digitalen Archiv.
Zum Archiv
Die ADS-Schülerbotschafter sind Jugendliche, die anderen Schüler*innen Einblicke in das Leben als Angehörige einer Minderheit im deutsch-dänischen Grenzland geben. Sie berichten aus eigener Erfahrung darüber, wie es ist, mit mehreren Sprachen und kulturellen Zugehörigkeiten aufzuwachsen. Das Projekt bringt junge Menschen beiderseits der Grenze miteinander ins Gespräch.
Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schulen im deutsch-dänischen Grenzland. Das Projekt ist an Schulen in Deutschland und Dänemark aktiv. Gemeinsam mit weiteren Partnern werden auch Angebote für jüngere Schülerinnen entwickelt.
Der ADS engagiert sich insbesondere für Dänisch, Friesisch und Niederdeutsch. In vielen ADS-Kitas sind diese Regional- und Minderheitensprachen Teil des pädagogischen Angebots. Der ADS sieht die Förderung der Sprachenvielfalt als wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt und zur Verständigung im Grenzland.
Die Dialogveranstaltung ist eine Veranstaltungsreihe zu aktuellen Themen aus dem deutsch-dänischen Grenzland. Dazu lädt der ADS Fachleute und Gesprächspartner*innen ein, die unterschiedliche Perspektiven auf ein Thema einbringen. Nach einem kurzen Einstieg und einer Podiumsrunde steht vor allem der Austausch mit dem Publikum im Mittelpunkt. So entstehen Gespräche über die Fragen, die das Grenzland heute bewegen.
Mit einer Förderschaft werden unter anderem Kitas, Schullandheime, Jugend- und Familienarbeit, Bildungs- und Freizeitangebote, kulturelle Veranstaltungen sowie die deutsch-dänische Grenzlandarbeit und die Grenzfriedenshefte unterstützt. Es gibt verschiedene Förderschaftsmodelle für Einzelpersonen, Familien, Institutionen und Unternehmen.
Barbara Quednau
Deine Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle
Sekretariat
ADS Grenzfriedensbund e.V. Geschäftsstelle
Mürwiker Straße 115
24943 Flensburg
Telefon:
04 61 - 86 93 428
E-Mail:
bquednau[at]dein-ads.de










